Unser Verein bemüht sich sämtliche Erzeugnisse der Firma eumig zu recherchieren.
Die Listen und die Stückanzahlangaben basieren meistens auf Originalunterlagen, die von Herrn Werner Schöfnagl, dem ehemaligen After Sales- Service-Leiter der eumig in enger Zusammenarbeit mit unseren Vereinsmitgliedern - auch ehemalige eumig-Mitarbeiter - unter Zuhilfenahme derer Unterlagen, recherchiert worden sind.

Diese Auflistung wird ständig ergänzt und befindet sich in Arbeit und im Aufbau!

Die gesunde Basis für den erfolgreichen Vertrieb von Produkten und Erzeugnissen war immer schon der eumig - Kundendienst:

Schon in den Vorkriegsjahren wurden für alle verkauften Radios, Fernsehgeräte und auch für die damals beginnende Schmalfilmsparte mit entsprechenden Unterlagen für Schulungen und Ersatzteile vorgesorgt. Wobei nicht nur die hohe Produktqualität, sondern auch die noch eher geringe Stückzahl, mit Auslieferschwerpunkten in und um Österreich, relativ geringen Aufwand erforderte.

KundendienstDieser Gesamtüberblick (vergrößern durch anklicken) zeigt,
dass Mitte der 50er-Jahre - nach der Produktionseinstellung von Radios und Fernseher - mit den Schmalfilmgeräten eine rasante Aufwärtsentwicklung begann, die dann leider mit Ende der 70er Jahre, durch den damaligen Technologie-Umsturz zu Video, abrupt eingebrochen ist.

Es ist auch ersichtlich, dass bereits lange vor der Einführung von Super8-Kassetten durch Kodak im Jahr 1965, eumig mit attraktiven Schmalfilm-Ideen erstaunliche Verkaufserfolge hatte. Schon damals wurde die Basis für eine spätere weltweite Nachfrage mit  90%-igem eumig-Exportanteil und erfolgreichem Vertrieb in mehr als 100 Länder gelegt.

Lohos 1958Rechtzeitig und einmalig in der Branche begann Herr Ing. Wolfgang Loho (im Bild links mit Gattin, - damals auch in der eumig-Zentrale beschäftigt) schon 1957 ein wirkungsvolles, globales Servicenetz aufzubauen.







Barth WSc_KorrespondentinnenNachdem Herr Ing. Loho dann im Jahr 1966 Exportleiter wurde, hat Ing. Josef Barth die internationale Service-Organisation bis zu seiner Pension übernommen. Mit Werner Schöfnagl, dem damaligen Bereichsleiter für Dokumentationen und Einschulungen, hat er selbst seinen Nachfolger aufgebaut. (Beide im Bild links im internationalen Hauptbüro mit fünf Sachbearbeiterinnen / Fremdsprachen-Korrespondentinnen)


Herr Schöfnagl hatte dann von 1975 bis 1981 die volle Service-Verantwortung. Danach organisierte er von 1981-83 unter dem Masseverwalter Dkfm. Paul Loebenstein die Spartentrennung und Übergabe der jeweiligen Kundendienst-Organisationen mit Ersatzteillager und Dokumentationen für Schmalfilm, HiFI und Video.

Hauptaufgaben des „Technischen Service“ mit bis zu 65 Mitarbeitern in Österreich und ca. 200 Service-Technikern bei den acht eigenen eumig-Töchtern (in A, CH, D, F, GB, NL, S, USA), sowie weiteren etwa 100 Technikern bei den selbständigen eumig Importeuren):

· Ersatzteilversorgung (eumig, Bolex etc. und Zukaufmodelle zu Schmalfilm, HiFi, Video)
· Untergruppen-Reparaturen (Motore, Verstärker, Tonteile, Greiferwerke etc.)
· Dreisprachige Service-Dokumentation (Ersatzteilkataloge und Reparaturanleitungen)
· Planung und Vertrieb spezieller Service-Werkzeuge und Prüfvorrichtungen
· Techniker-Einschulungen für neue Modelle in Österreich und bei Auslands-Vertretungen
· Technikerbereitstellung bzw. Geräte-Rückrufaktionen (fallweise mit Produktions-Personal)
· Technische Korrespondenz und Beratung (Behörden, Händler, Endverbraucher)
· Inlands-Reparatur-Kundendienst und Filmbespurung (Zustelldienst im Raum Wien)
· Kunden-Reklamationsstatistik mit internen Berichten zu Verbesserungsmaßnahmen
· Gebrauchstests von neuen Modellen und Bedienungsanleitungen aus Endverbrauchersicht
· Präsentation neuer Modelle, sowie technische Beratungen auf Messen und Ausstellungen.

An anderen Stellen wurde schon über Ursachen berichtet, die den bedauerlichen Niedergang von eumig mehr oder weniger stark beeinflusst haben. Der „Hauptabsturzgrund“ aber, der neben dem Weltmarktführer eumig klarerweise die gesamte Schmalfilmbranche getroffen hat, war eindeutig die technologische Ablöse des chemischen Films durch die damalige Medien-Hysterie zu zukünftigen magnetischen Video-Bandaufzeichnungen.

Paradoxerweise war diese technologische Video-Ablöse noch nicht wirklich am Markt angekommen. Es gab noch heftige Argumente welches System sich durchsetzen würde und wann, welche Marktpreise zu erwarten wären. Ausserdem war bei den ersten Video-Kameras durch die damaligen Geräte-Dimensionen und die notwendige Netzspannungsversorgung die Kunden-Mobilität wesentlich eingeschränkt. Der Schmalfilmmarkt ist jedoch prompt und total eingebrochen.  Kunden und Handel haben nur mehr von Video gesprochen, nichts mehr gekauft, bestenfalls noch auf Video gewartet. Noch einige Zeit nach dem eumig-Konkurs hatte sich nicht eindeutig herauskristallisiert, welches Video-System sich auf dem Markt durchsetzen würde. Viele Besitzer haben bei dieser „Gelegenheit“ leider auch ganz aufgehört Ihre persönlichen Erinnerungen in bewegten Bildern festzuhalten.

Es kann kein echter Trost sein, heute zu wissen, dass am Amateurmarkt Video-Geräte nur eine eher kurze Erfolgsperiode hatten. Mit Ausnahme von Profis und einiger, weniger Nostalgiker, hält man jetzt seine Erinnerungen mit Fotos und Filmen ganz einfach mit dem Handy fest. Eine sehr praktische und preiswerte Nebenfunktion des omnipräsenten Mobil-Telefons.

Für Nostalgiker endete die Geschichte des eumig-Kundendienstes nicht mit der Liquidation, sondern lebte viele Jahre danach weiter:

Obwohl noch viele der - fast zehn Millionen produzierten eumig Geräte - einen gewissen Servicebedarf darstellten, waren auch mehrere Servicemitarbeiter über die Konkurseröffnung sehr erbost. Dann sorgte auch noch ein Gerücht, dass der damals neue Insolvenzfonds bald ausgeschöpft sein dürfte, für zusätzlichen Aufruhr. Wie praktisch alle Produktionsmitarbeiter, rannten auch Serviceleute - trotz intensiver Beruhigungsversuche - prompt zum Betriebsrat um sofort selbst zu kündigen.

Der routinierte Masseverwalter Dkfm. Paul Loebenstein hat die Situation aber hervorragend erkannt, reagierte besonders rasch und hat viele der Service Mitarbeiter bei der Masse angestellt. Neben der menschlichen Seite wurde mit dem weiter funktionierenden Kundendienst auch gewährleistet, dass der beträchtliche Lagerbestand an Geräten im In- und Ausland noch zu relativ vernünftigen Preisen verkauft wurde und die eingelagerten 10-Jahres-Planbestände an Ersatzteilen in wichtige Märkte geliefert werden konnten.

Darüberhinaus konnte in Ruhe die Bereichs-Trennung (Schmalfilm, HiFi  und Video / Optik-Elektronik) organisiert werden, um in Folge funktionierende Betriebe mit Fachpersonal anbieten zu können.1983 wurde der gesamte Schmalfilm-Bereich an die Wiener Firma Slach, und der HiFi-Bereich an die Firma Wallisch (damals Wien XXIII), übergeben. (Über den Video-Bereich an die Auffanggesellschaft OEM / Optik-Elektronik wurde schon an anderer Stelle berichtet)

Auf unserer Website unter Ersatzteile & Reparaturen finden Sie Möglichkeiten, wo Sie sogar heute noch eumig-Ersatzteile finden, und Geräte repariert werden können. Unser Verein übernimmt keine Geräte zur Reparatur, auch Ersatzteile können wir leider nicht anbieten. Allerdings sind wir im Besitz zahlreicher Bedienungsanleitungen und Schaltpläne, die wir Ihnen gerne auf Wunsch gegen einen kleinen finanziellen Beitrag für unseren Verein zumailen können.